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Paul und der rote Luftballon

von Ines Pfundner und
Peter Stich




Ein Buch über das Leben, den Tod und das Wunder der Freundschaft




„Niemand weiß wohin der Ballon fliegt. Niemand weiß, wohin die Seele des Menschen geht, aber ich werde das, was du mir erzählen willst, ganz sicher erfahren!"




Ungeschminkt aber feinfühlig begegnen einander zwei Freunde und diskutieren über Krankheit, Sterben, Tod und Trauer. Sie sprechen die Sprache der Kinder. Das Buch ergreift, macht betroffen und spricht jene Seiten im Herzen der Leser an, die leider nur zu oft tabuisiert verborgen bleiben.


Peter Faessler - Weibel
Paar u. Familientherapeut, Systemtherapeut,
Lehrbeauftragter am Heilpädagogischen Institut der Universität Freiburg/Schweiz
Buchbestellungen siehe Kontakt
Paul und der rote Luftballon*


Ein Kinderbuch, das Erwachsene lehrt, über das Sterben zu sprechen.
Über das Sterben zu sprechen ist nicht leicht, schon gar nicht mit Kindern. In "Paul und der rote Luftballon" zeigen Ines Pfundner und Peter Stich, wie es gehen kann. Die Geschichte des 9-jährigen Paul, dessen Mutter an Krebs erkrankt, handelt vom Abschied nehmen und "von der Liebe im Herzen".
"Paul und der rote Luftballon" ist eine Handreichung für das letzte Abschied nehmen "für Kinder ab neun Jahren und Erwachsene". In der Schilderung des Alltags der Familie Lanner, der seit der Erkrankung der Mutter Barbara ganz anders verläuft als zuvor, wird nichts verschwiegen: Weder Barbaras Angst vor dem Sterben noch ihr rapider körperliche Verfall. Auch, was weniger tragisch als lästig ist, Behördenwege als Folge der Erkrankung etwa, hat seinen Platz im Buch.


Leben bis zuletzt
Zugleich stecken in der Alltagsschilderung Bewältigungsstrategien für den selbst betroffenen Leser: Paul nimmt die Stimme seiner Mutter auf Tonband auf. Barbara, Alfred, der Vater, und Paul erstellen eine Liste mit Dingen, die sie noch zusammen erleben wollen. Und Barbara und Paul wählen sich einen gemeinsamen Talisman, der sie über den Tod hinaus begleiten soll. In ihrem Gespräch auf der "geheimen Lichtung" am Höhepunkt des Buches finden sie ihre "Zaubersteine", von denen jeder einen bei sich behält und Barbara ihren mit ins Grab nehmen möchte. Hier auch eröffnet Barbara ihrem Sohn, wie er nach ihrem Tod mit ihr werde sprechen können, und gibt ihm dazu ein hilfreiches Ritual an die Hand. Er solle seine Erzählungen aufschreiben und an einem roten Luftballon befestigt aufsteigen lassen.


Reden als Tabubruch
Kommunikation und der Weg zu ihr stehen im Zentrum der Geschichte. Miteinander über alles reden erleichtert den Angehörigen das Abschied nehmen und nimmt dem Sterbenden etwas von seiner Angst. Weil er die Liebe zu seiner Mutter im Herzen hat, wird Paul sie nie verlieren. Diese Erkenntnis gewinnt er durch das miteinander Reden. Auch die Leser sollen miteinander über das Gelesene sprechen. "Paul und der rote Luftballon" ist ein Buch "zum miteinander Lesen". Nur über den Tabubruch des darüber Redens können die Autoren ihr Ziel erreichen und "zu einer offeneren und positiveren Auseinandersetzung mit dem Tabuthema 'Tod und Sterben' in unserer Gesellschaft gelangen". So wie sie es schon seit Jahren mit ihrem Theaterstück "Der rote Luftballon" versuchen, das dem Buch zugrunde liegt.


Fragen und Antworten sind möglich
Über den Tod zu reden will freilich erlernt werden, ohne dass es ein allgemein gültiges Rezept gäbe. Auch die Figuren im Buch müssen ihre Herangehensweise erst entwickeln. Pauls Freund Filou ist einer von ihnen. Als Paul ihm erzählt, dass seine Mutter schwer krank ist, versucht er seinen Freund auf andere Gedanken zu bringen. Bis er selbst einsieht, dass es besser ist, für den Freund einfach nur da zu sein. Oder Pauls Vater Alfred, der Erwachsene, der die Offenheit eines Kindes nicht mehr besitzt. Er kann die Krankheit seiner Frau nicht verkraften und verdrängt sie. Erst ein Streit macht auch Alfred klar, dass Fragen und Antworten möglich und befreiend sind.


Das Wunder der Freundschaft
Paul bleibt nach dem Tod seiner Mutter nicht allein zurück. Er hat "die Liebe im Herzen", seinen Vater und seinen Freund Filou, der in der Textkonzeption deutlich hervorgehoben wird. Am Beginn und am - beinahe - Ende steht ein Treffen der Freunde als Rahmen, der sich auch inhaltlich schließt: Zum ersten Treffen kommt Paul zu spät, weil er erfahren hat, dass seine Mutter sterben wird, beim zweiten muss er früher fort, weil er spürt, dass seine Mutter stirbt. Dem einen Rahmen ist ein zweiter übergeordnet. So wie der Prolog den Leser ins Buch hereinholt: "Wenn du möchtest, so erzähle ich dir", entlässt er ihn im Bild des Luftballons auf seiner Reise: "Vielleicht kannst auch du rote Punkte am Himmel erkennen? Ich wünsche es dir".


Auch endet die Geschichte nicht mit dem Tod Barbaras. Sie endet "mehrere Monate später" mit einer Botschaft an die Mutter am roten Luftballon und mit der Hoffnung Pauls, dass seine Botschaft ankommt.


* Buchkritik Radio Stephansdom




Paul und der rote Luftballon
Ines Pfundner, Peter Stich, Illustrationen Uschi Riedl
Verlag Babu 2006
ISBN - 10: 3-9502280-0-4
Preis: 15,90 Euro /
Bestellungen unter Menüpunkt: "Kontakt"